Vorstand OV Altenkirchen-Flammersfeld

Sprecherin: Judith Gondorf

Der Klimawandel und die anhaltende Umweltzerstörung begleiten mich schon durch meine ganze Schul- und Studiumszeit, aber das Ausmaß an politischer und gesellschaftlicher Ignoranz und die Dringlichkeit des Themas ist erst durch die Fridays-for-Future-Bewegung wieder in mein Bewusstsein gerückt. Ich bin 41 Jahre alt, Diplom-Biologin, Erlebnispädagogin, Tagesmutter im Kleinkindbereich und Mutter von 3 Kindern. Seit meiner ersten Mutterschaft vor fast 11 Jahren bemühe ich mich meinen eigenen und meinen „geliehenen“ Kindern einen guten Start in ihr Leben zu ermöglichen. Ich versuche ihnen zu vermitteln und vorzuleben, wie wichtig Klima- und Umweltschutz ist, dass es richtig ist, Menschen in Not zu helfen, dass Aussehen, Religion, Herkunft und Geschlecht keinen entscheidenden Unterschied machen, dass Streit ohne Gewalt ausgetragen werden und jeder nur so viel nehmen sollte, wie er auch essen/brauchen kann. Gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt stellen meiner Meinung nach das Rückgrat einer erstrebenswerten Gesellschaft dar und vor diesem Hintergrund gestalte ich auch meine Arbeit mit den Kindern.

Leider bildet die politische und gesellschaftliche Realität oft das Gegenteil ab. Mit meinem Engagement im Grünen Ortsverband hoffe ich, in diesem Sinne auch in größerem Maße Einfluss nehmen zu können. Ich möchte helfen eine Umgebung zu schaffen, in der es leichter ist, sich ökologisch und moralisch richtig zu verhalten, als andersherum und freue mich auf eine ereignisreiche Zeit.

Sprecher: Ulli Gondorf

Als ich 1995 für die Grüne Liste in den Verbandsgemeinderat einzog, war es eines meiner ersten Anliegen, zusätzliche Mitglieder für grün zu gewinnen. Dabei war ich selber zu dem Zeitpunkt gar kein Mitglied. Seither interessiert mich die Schnittstelle zwischen Zuschauen und Tätig werden. Politisches Engagement entzündet sich an Konflikten und Themen, persönliche Mitarbeit und Beteiligung braucht aber häufig zusätzlich ein Gesicht oder eine Gruppe von Menschen. Daher sehe ich es als meine Aufgabe an, diesen „Schatz“ der aktiven Mitglieder zu hüten und weiter zu entwickeln.
Gerade jetzt, wo die nächsten Wahlen so nah und gleichzeitig noch so fern sind, möchte ich den Menschen, die ungeduldig mit der Politik geworden sind, die Türe zu uns Grünen im OV Altenkirchen-Flammersfeld weit öffnen. Wenn wir 2021 ein gutes Wahlergebnis erzielen wollen – und allein um den Klimawandel wirksam zu stoppen- brauchen wir ab sofort  JEDE und JEDEN. Unsere Mitgliederzahl steigern – das ist mein (erstes) Ziel.
Die gesellschaftlichen Konfliktfelder liegen -mit Klimawandel, Coronakrise und einem Turbokapitalismus, der sich zunehmend unabhängig von Staat und Politik geriert, auf der Hand. Wir brauchen eine Wirtschaft, die dem Menschen dient und keinen Wachstums-Wahn. Wir Grünen müssen die Ungeduld und die Interessen der Frauen und Männer, die unzufrieden sind, ernst nehmen und integrieren. Meine Themen sind soziale Gerechtigkeit, Transformation der (Land- und Forst und) Wirtschaft und der Klimawandel. Dafür will ich auf kommunaler Ebene und gerne auch in vielen Dörfern gleichzeitig etwas bewegen.

Also: „Let´s talk about Politics“.

Kassiererin: Nadja Michels

Die Frage nach einem Leben, das mit weniger Wachstum auskommt, beschäftigt mich schon lange. Eine Reduktion der Emissionen bei permanenter Konsum- und Leistungssteigerung funktioniert nicht mehr. Es gibt Alternativen, und die Diskussion darüber gehört die auf die politische Tagesordnung.

Ich lebe mit meinem Sohn in einer Hausgemeinschaft und arbeite als Texterin, Redakteurin und Kommunikationstrainerin. Geboren 1982, aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen liegt es mir näher, Dinge wertzuschätzen statt wegzuwerfen. Ich bin immer gern draußen und gebe diese Freude gerne an meinen Sohn weiter. Die Fülle und Vielfalt vor unserer Haustür zu schützen, ist mir ein wichtiges Anliegen, das ich mit meinem politischen Engagement mehr unterstützen will.

Die zunehmende Polarisierung innerhalb unserer Gesellschaft, insbesondere seit Beginn der Pandemie, führt zu Hass und Ausgrenzung und ist für mich nur schwer zu ertragen. Mein Sohn kam in Marokko zur Welt. Brücken zu bauen, ist elementarer Bestandteil meines Schaffens. Mit meiner Arbeit im Ortsverband der Grünen setze ich mich für einen offenen Dialog ein, für ein solidarisches Miteinander. Dazu möchte ich einen Austausch ermöglichen, in dem auch jene zu Wort kommen, denen sonst kein Gehör verschafft wird. Denn nur gemeinsam bekommen wir die Krisen der Zeit in den Griff.

Beisitzer: Dr. Hans Werner Becker

Der Rechtsruck in unserer Gesellschaft und die damit einhergehende Bedrohung unserer Demokratie ist eine Herausforderung, der wir uns alle stellen müssen. Für mich war dies ein starker Impuls, mich partei- und auch kommunalpolitisch zu engagieren. Nicht nur im Großen, weit entfernt, sondern auch hier bei uns, direkt vor der Haustür, gibt es deutlich erkennbar solche zersetzenden, die Gesellschaft spaltenden Strukturen. Daher halte ich es für wichtig, ein Miteinander im politischen Diskurs zu pflegen und bewährte demokratische Strukturen zu stärken.

Weiterhin zeigt sich bereits seit vielen Jahren, insbesondere im ländlichen Raum, eine sich zuspitzende Veränderung im Gesundheitssystem mit weitreichenden negativen Folgen ab, sowohl für die dort tätigen Menschen, als auch im Hinblick auf die Aufrechterhaltung der Versorgungsstrukturen. Im ambulanten Bereich können bereits heute Engpässe und defizitäre Entwicklungen beobachtet werden. Im stationären Bereich wird es darauf ankommen, qualitativ hochwertig Strukturen im Kreis sicherzustellen. Hier stehen wir vor großen Herausforderungen.

Zudem bewegt mich die Verantwortung für die nachfolgende Generation. Berechtigterweise bringt diese Generation gegenwärtig friedlich, vielfältig und kreativ ihren Protest zum Ausdruck. Hier gilt es, mit offenen Ohren gemeinsam zukunftsfähige Lösungen, auch auf kommunaler Ebene, zu finden.

Beisitzer: Sebastian Leins

Als Familienvater und denkender Mensch weiß und fühle ich, dass wir nicht unseren Kindern und nachfolgenden Generationen die Verantwortung zuschieben können, etwas zu ändern oder für einen notwendigen politischen Druck zu sorgen.

Die Art, wie wir hier - in einem der reichsten Länder der Welt - leben, sorgt für ein nie dagewesenes Artensterben, ungekannte Naturkatastrophen, globale Umweltzerstörung und eine existentielle Bedrohung unser aller Lebensgrundlage.
Mein Beitritt bei den Grünen geschah in dem Glauben, dass es noch gelingen kann, in Deutschland eine Wende zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft durch die Politik zu erreichen. Dabei ist es meine Überzeugung, dass Wissenschaft und Empathie (oder der gesunder Menschenverstand) unsere Richtschnur sein sollten.
Jetzt ist die Zeit zu beweisen, dass wir das schaffen können.

Beisitzerin: Claudia Leibrock

Jahrgang 1965, Agrarbiologin, 2 erwachsene Kinder, Referentin im öffentlichen Dienst, Vorsitzende des Forums für internationale Agrarpolitik e.V. und in der Steuerungsgruppe „Fairtrade-Town“ Altenkirchen engagiert.

Die Vereinten Nationen haben in ihrer Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen einen umfassenden programmatischen Rahmen zur Verwirklichung einer weltweiten nachhaltigen Gesellschaft beschrieben. Sie ist der Zukunftsvertrag der Weltgemeinschaft für das 21. Jahrhundert.

Das Ziel Nr. 11 beschreibt die Aufgaben der Kommunen für die Förderung der Ressourceneffizienz, zur Abschwächung des Klimawandels und zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen.

 

Wir müssen mit den begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen sorgsam umgehen und nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Nachhaltigkeit betrifft unsere Umwelt, alle Bereiche unseres Lebens und Wirtschaftens. Nachhaltiges Handeln ist also eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft – national und international.