Sprecherin: Judith Gondorf

Der Klimawandel und die anhaltende Umweltzerstörung begleiten mich schon durch meine ganze Schul- und Studiumszeit, aber das Ausmaß an politischer und gesellschaftlicher Ignoranz und die Dringlichkeit des Themas ist erst durch die Fridays-for-Future-Bewegung wieder in mein Bewusstsein gerückt. Ich bin 41 Jahre alt, Diplom-Biologin, Erlebnispädagogin, Tagesmutter im Kleinkindbereich und Mutter von 3 Kindern. Seit meiner ersten Mutterschaft vor fast 11 Jahren bemühe ich mich meinen eigenen und meinen „geliehenen“ Kindern einen guten Start in ihr Leben zu ermöglichen. Ich versuche ihnen zu vermitteln und vorzuleben, wie wichtig Klima- und Umweltschutz ist, dass es richtig ist, Menschen in Not zu helfen, dass Aussehen, Religion, Herkunft und Geschlecht keinen entscheidenden Unterschied machen, dass Streit ohne Gewalt ausgetragen werden und jeder nur so viel nehmen sollte, wie er auch essen/brauchen kann. Gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt stellen meiner Meinung nach das Rückgrat einer erstrebenswerten Gesellschaft dar und vor diesem Hintergrund gestalte ich auch meine Arbeit mit den Kindern.
Leider bildet die politische und gesellschaftliche Realität oft das Gegenteil ab. Mit meinem Engagement im Grünen Ortsverband hoffe ich, in diesem Sinne auch in größerem Maße Einfluss nehmen zu können. Ich möchte helfen eine Umgebung zu schaffen, in der es leichter ist, sich ökologisch und moralisch richtig zu verhalten, als andersherum und freue mich auf eine ereignisreiche Zeit.
Sprecherin: Roxana Vogl

Ich bin Roxana Vogl, 28 Jahre alt, und arbeite als selbstständige Medienproduzentin. Hier erstelle ich Fotos, Videos und Texte für verschiedene Medienformate. Neben meinem Beruf engagiere ich mich seit zwei Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr und gebe Erste-Hilfe-Kurse.
Mein ehrenamtliches Interesse entdeckte ich schon während meines Studiums, als ich in diversen Gremien der Studierendenvertretung meiner Hochschule aktiv war. Dort wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, unbezahlte Arbeit wie Ehrenamt und Care-Arbeit wertzuschätzen. Diese Formen von Engagement tragen maßgeblich zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei, schaffen aber oft wenig sichtbare Anerkennung.
Aufgewachsen bin ich in Horhausen, eines zentralen Dorfs mit guter vergleichsweiser guter Anbindung und guter Lebensqualität. Dagegen beeindruckte mich während meines Studiums in Wiesbaden besonders, wie belastend hohe Auto-Dichte und damit verbundene Schadstoffe selbst in höheren Stockwerken sein können. Klimafreundliche, barrierearme und bezahlbare Mobilitätsangebote sind für mich daher ein Schlüsselthema zugleich für Umwelt- wie Gesundheitsschutz.
Ein zentraler Schwerpunkt meiner politischen Überzeugung liegt auf psychischer Gesundheit. Ich setze mich dafür ein, dass Belastungen offen angesprochen und Unterstützung selbstverständlich eingeholt werden kann. Mobilität für alle ist mir ebenso wichtig: Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie entscheidend gute Verkehrsverbindungen für den Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitsangeboten sind.
Mir ist wichtig, dass Politik sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und dabei auch soziale und ökologische Aspekte miteinander verbindet. Dabei soll Arbeit in all ihren Formen wertgeschätzt werden – egal ob bezahlt oder ehrenamtlich geleistet. Denn nur gemeinsam schaffen wir eine Gesellschaft, in der Verantwortung füreinander selbstverständlich ist.
Und das schaffen wir nur in dem wir versuchen einander und das große Ganze zu verstehen uns gegenseitig zuhören und alle Interessen in Betracht ziehen und lösungsorientiert zusammen arbeiten.
Kassiererin: Nadja Michels

Die Frage nach einem Leben, das mit weniger Wachstum auskommt, beschäftigt mich schon lange. Eine Reduktion der Emissionen bei permanenter Konsum- und Leistungssteigerung funktioniert nicht mehr. Es gibt Alternativen, die ich aktiv mitgestalten will.
Ich lebe mit meinem Sohn in einer Hausgemeinschaft und arbeite als Texterin, Redakteurin und Kommunikationstrainerin. Geboren 1982, aufgewachsen in bescheidenen Verhältnissen liegt es mir näher, Dinge wertzuschätzen statt wegzuwerfen. Ich bin immer gern draußen und gebe diese Freude gerne an meinen Sohn weiter. Die Fülle und Vielfalt vor unserer Haustür zu schützen, ist mir ein wichtiges Anliegen, das ich mit meinem politischen Engagement mehr unterstützen will.
Die zunehmende Polarisierung innerhalb unserer Gesellschaft, insbesondere seit Beginn der Pandemie, führt zu Hass und Ausgrenzung und ist für mich nur schwer zu ertragen. Mein Sohn kam in Marokko zur Welt. Brücken zu bauen, ist elementarer Bestandteil meines Schaffens. Mit meiner Arbeit im Ortsverband der Grünen setze ich mich für einen offenen Dialog ein, für ein solidarisches Miteinander. Dazu möchte ich einen Austausch ermöglichen, in dem auch jene zu Wort kommen, denen sonst kein Gehör verschafft wird. Denn nur gemeinsam bekommen wir die Krisen der Zeit in den Griff.
Beisitzerin: Claudia Leibrock

Jahrgang 1965, Agrarbiologin, 2 erwachsene Kinder, Referentin im öffentlichen Dienst, Vorsitzende des Forums für internationale Agrarpolitik e.V. und in der Steuerungsgruppe „Fairtrade-Town“ Altenkirchen engagiert.
Die Vereinten Nationen haben in ihrer Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen einen umfassenden programmatischen Rahmen zur Verwirklichung einer weltweiten nachhaltigen Gesellschaft beschrieben. Sie ist der Zukunftsvertrag der Weltgemeinschaft für das 21. Jahrhundert.
Das Ziel Nr. 11 beschreibt die Aufgaben der Kommunen für die Förderung der Ressourceneffizienz, zur Abschwächung des Klimawandels und zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Katastrophen.
Wir müssen mit den begrenzt zur Verfügung stehenden Ressourcen sorgsam umgehen und nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Nachhaltigkeit betrifft unsere Umwelt, alle Bereiche unseres Lebens und Wirtschaftens. Nachhaltiges Handeln ist also eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft – national und international.
Beisitzer: Patrick Pieritz