Sehr geehrter Herr Landrat,
Sehr geehrter Herr Jüngerich,
Uns erreichen zunehmend Klagen von Imkerinnen und Imkern im Kreis Altenkirchen wegen der Ausbreitung der asiatischen Hornisse.
Das Bundesumweltministerium hat die invasive asiatische Hornisse (Vespa velutina) 2025 als „weit verbreitet“ eingestuft. Hierdurch ist die Beseitigungsverpflichtung durch die Naturschutzbehörden entfallen und Nester werden im behördlichen Auftrag nur noch entfernt, wenn eine direkte Gefahr für den Menschen besteht (z.B. in unmittelbarer Nähe von Kitas, Spielplätzen oder Schulen).
Die Imkerinnen und Imker fürchten um ihre Bestände.
Nicht nur die Honigbienen sind durch die Ausbreitung der asiatischen Hornisse bedroht, die Bestäuberleistung durch z.B. Hummeln, Wildbienen und anderen Insekten sowie die Biodiversität insgesamt ist stark gefährdet. Letztlich wird, bei weiterer Ausbreitung, auch die Landwirtschaft durch eine Verminderung der Bestäuberleistung beeinträchtigt werden. Ein weiteres landwirtschaftliches Problem ist die Weinlese und Obsternte, bei der regional bereits im spürbaren Umfang die Erntehelfer ausbleiben, da in der Vergangenheit einige bei der Ernte gestochen wurden. Auch wenn für den Kreis Altenkirchen Wein – und Obstanbau nicht relevant sind, so sind die Arbeitenden im Freien generell gefährdet.
Die Bekämpfung der asiatischen Hornisse ist anspruchsvoll und ohne besondere fachliche Expertise kaum sachgerecht und nach den naturschutzrechtlichen Bestimmungen und in Abgrenzung zur heimischen Hornisse durchzuführen. Zudem sind für die Imkerinnen und Imker die finanziellen Belastungen hoch.
Außerdem ist das unsachgemäße Entfernen der Nester für Laien wegen der Eigenschaften der asiatischen Hornisse gefährlich.
Insbesondere an öffentlichen Gebäuden muss unter Aspekten der Gefahrenabwehr für eine sachgerechte Entfernung der Nester Sorge getragen werden.
Vor diesem Hintergrund beantragen wir:
Der Kreistag möge beschließen:
1. Die untere Naturschutzbehörde resp. das Veterinäramt nimmt Meldungen über das Vorkommen der asiatischen Hornisse koordiniert entgegen und leitet diese an das ArtenFinder Service Portal (Kooperationsprojekt des Landes mit der Stiftung Natur und Umwelt weiter.
2. Die zuständigen Kreisbehörden treten in einen Austausch mit den ansässigen Imkereiverbänden mit dem Ziel gemeinsam mit den vorhandenen Experten die Bekämpfung zu organisieren und durchzuführen.
3. Im Gegenzug beteiligt sich der Kreis finanziell an der Beschaffung des nötigen Equipments.
4. Zusammen mit den Expert*innen der Imkereiverbände und des DLR in Mayen werden Informationen an die Bevölkerung verfasst und veröffentlicht.
Wir bitten unserem Antrag zuzustimmen.
Für die Fraktion im Kreistag Altenkirchen
Anna Neuhof
Fraktionsvorsitzende