Michelle Haas informierte über die Folgen der Klimaveränderung und zeigte Möglichkeiten auf, die biologische Vielfalt zu schützen. Rund 25 Gäste diskutierten anschließend engagiert über die Herausforderungen für Mensch und Natur im Restaurant „The Old”Bakery”
HAMM WISSEN. Wie stark gerät unsere Natur unter Druck, und was können wir dem entgegensetzen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der jüngste “Grüne Abend” am Dienstag, 6. Oktober 2026, in der Gaststätte „The Old Bakery“. Michelle Haas, Sprecherin des Ortsverbands Hamm Wissen von Bündnis 90/Die Grünen, beleuchtete in ihrem Vortrag die Klimaveränderung und ihre Zusammenhänge mit dem Artensterben und dem Verlust natürlicher Lebensräume.
Rund 25 Besucherinnen und Besucher waren der Einladung gefolgt. Im Anschluss an den Vortrag entwickelte sich eine intensive Diskussion, in der die Teilnehmenden mit großem Interesse und Engagement die angesprochenen Themen vertieften.
Foto: Maria WellerDie biologische Vielfalt unseres Planeten steht unter erheblichem Druck. Neben dem Klimawandel gefährden die Zerstörung natürlicher Lebensräume, Umweltverschmutzung und die Übernutzung natürlicher Ressourcen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Folgen reichen weit über die Natur hinaus: Auch der Mensch ist auf intakte Ökosysteme, sauberes Wasser, fruchtbare Böden und natürliche Schutzfunktionen angewiesen.
Wie dramatisch die Entwicklung ist, verdeutlichen internationale Untersuchungen. Nach dem Weltbiodiversitätsrat IPBES ist rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht. Der Living Planet Report 2024 dokumentiert zudem einen durchschnittlichen Rückgang der untersuchten Wildtierbestände um 73 Prozent seit 1970. Diese Zahlen machen deutlich, wie dringend der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist.
Ein Beispiel für die Bedeutung intakter Ökosysteme sind natürliche Flussauen. Sie können Hochwasser zurückhalten, Strömungen verlangsamen und Wasser zeitverzögert abgeben. In Deutschland sind allerdings große Teile dieser wertvollen Lebensräume verloren gegangen.
Dass Naturschutz ganz konkret vor Ort ansetzen kann, zeigt der Verein Ebertseifen Lebensräume e. V. Auf rund 20 Hektar ehemaliger landwirtschaftlicher Fläche engagiert sich der 2007 gegründete Verein für die biologische Vielfalt. Zu den Projekten gehören die Aufwertung von Gewässern, die Sanierung des Tüschebachsweihers, die Anlage von Amphibiengewässern und die Förderung einer stabilen Laubfroschpopulation. Auch Umweltbildung, naturkundliche Führungen und wissenschaftliche Erhebungen gehören zur Arbeit.
Der Vortrag machte deutlich: Den ökologischen Herausforderungen muss nicht mit Ohnmacht begegnet werden. Fachlich geplante und langfristig angelegte Maßnahmen können Lebensräume verbessern und bedrohten Arten helfen. Auch Einzelne können beitragen, etwa durch ehrenamtliches Engagement oder naturnahe Gärten mit heimischen Pflanzen.
Der Grüne Abend bot damit nicht nur Informationen, sondern auch Raum für einen intensiven Austausch über Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten. Die engagierte Beteiligung der Gäste zeigte, wie sehr die Zukunft von Klima und Natur die Menschen bewegt.
Wissen: Vortrag über Artenvielfalt und praktischen Naturschutz
Der Schutz von Tieren und Pflanzen beginnt oft direkt vor der eigenen Haustür. Bei einer Veranstaltung in Wissen steht die Frage im Mittelpunkt, wie aus dem Bewusstsein für den Verlust der Artenvielfalt konkretes Handeln werden kann. Dabei werden praktische Beispiele aus der Region vorgestellt.
Ortsverband Hamm-Wissen
Sprecherin: Michelle Haas (Mitte) Niederfischbach Ich heiße Michelle Haas bin 29 Jahre alt, studiere Lehramt fürs Gymnasium fange nächstes Jahr mein Referendariat an. Ich bin in vielen Vereinen aktiv, am meisten im Naturschutzverein Ebertseifen Lebensräume e.V.. Seit jeher habe ich eine Faszination für Natur, Ökosysteme Umwelt, sei es beim