Der Kreisvorstand und die Kreistagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Altenkirchen unterstützen die aktuelle Stellungnahme der Grünen Kreistagsfraktion Neuwied zu den Äußerungen des Neuwieder Landrates Hallerbach zur Einbürgerung von ausländischen Menschen ausdrücklich.
Herr Hallerbach beklagt, dass zu viele Menschen eingebürgert werden und „Die aktuelle Entwicklung der Einbürgerungszahlen ist ein Alarmzeichen. Vor dem Hintergrund, dass die Erteilung einer Staatsbürgerschaft nicht bloß ein nützliches Werbegeschenk ist, wird die Einbürgerung leider zu leicht gemacht. Die derzeit geltenden Regelungen sind nicht konsequent genug und sollten daher angepasst werden“, so im nr-Kurier.
Aber Integration gelingt nicht durch immer neue Hürden oder pauschales Misstrauen, sondern durch klare Erwartungen und echte Chancen. Wer die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben möchte, muss unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung achten, die deutsche Sprache lernen und Verantwortung für das eigene Leben übernehmen. Das steht für uns außer Frage.
Gleichzeitig gehört zur Wahrheit aber auch: Integration ist keine Einbahnstraße. Wer von Menschen erwartet, sich in unsere Gesellschaft einzubringen, muss ihnen diese Möglichkeit auch eröffnen. Zu lange Wartezeiten auf Sprach- und Integrationskurse, fehlende Kinderbetreuung, langwierige Verwaltungsverfahren oder Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren Integration häufig erheblich.
Wir möchten deshalb die zentralen Forderungen der Grünen Kreistagsfraktion Neuwied ausdrücklich unterstützen: mehr Sprachförderung, bessere Integrationsangebote, schnellere Verwaltungsverfahren und eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der zuständigen Behörden.
Besonders wichtig ist uns dabei ein weiterer Punkt: Die deutsche Staatsbürgerschaft ist kein „Geschenk“. Sie wird durch Einsatz, Lernen, Integrationsbereitschaft und oft jahrelange Arbeit erworben. Viele Menschen investieren enorme Anstrengungen, um unsere Sprache zu lernen, beruflich Fuß zu fassen und Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen. Deutschland braucht genau diese engagierten Menschen – gerade angesichts des Fachkräftemangels in vielen Bereichen.
Umso unverständlicher ist es, wenn der Zugang zur Integration und Einbürgerung immer weiter erschwert wird, anstatt diejenigen zu unterstützen, die diesen Weg erfolgreich gehen möchten.
Politischer Populismus, der Menschen unter Generalverdacht stellt oder Ängste schürt, löst keine Probleme. Er spaltet unsere Gesellschaft und schadet letztlich auch unserem Land.
Für uns gilt: Integration bedeutet Fordern und Fördern. Wer unsere Werte lebt, unsere Gesetze achtet und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, soll faire Chancen erhalten. Das stärkt unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt, unsere Wirtschaft und unsere Demokratie.
Neuwied: Landrat fordert strengere Einbürgerungskriterien angesichts Rekordzahlen | NR-Kurier.de https://share.google/EZ2QPB4cipfvYg4cr