Der Ortsverband Betzdorf-Gebhardshain und Kirchen der Grünen äußert sich eindeutig: das Naturschutzgebiet Nauberg darf nicht erneut zum Spielball von Abbauinteressen werden.
Der Nauberg ist weit mehr als ein Waldgebiet. Er ist ein einzigartiger Naturraum mit alten Buchenwäldern, natürlichen Quellbiotopen, Basaltblockhalden und einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Gerade deshalb wurde der Nauberg 2024 auf rund 425 Hektar als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Eine rund 106 Hektar große Kernzone steht dabei unter besonders strengem Schutz.
„Hier geht es um einen Naturraum, den wir nicht einfach ersetzen können“, so die Grünen. „Die alten Buchen, die Quellen und der natürliche Wasserhaushalt gehören zusammen. Wer in dieses System eingreift, muss sich bewusst sein, dass damit weit mehr als einzelne Bäume betroffen wären.“
Besonders wertvoll sind die teilweise über 160 Jahre alten Buchenbestände. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Arten, darunter Spechte, Fledermäuse, totholzbewohnende Käfer, Moose, Flechten und Pilze. Hinzu kommen die natürlichen Blockschuttauflagerungen und Quellschüttungen. Sie schaffen besondere Lebensräume und sind unter anderem für Amphibien wie den Feuersalamander von Bedeutung.
Der Nauberg hat damit auch eine wichtige Bedeutung für den Wasserhaushalt. Die Schutzverordnung nennt ausdrücklich die hydrologische Bedeutung des Gebietes als einen Grund für dessen Erhaltung. Gerade angesichts zunehmender Trockenperioden und des Klimawandels ist es aus Sicht der Grünen nicht nachvollziehbar, einen solchen natürlichen Wasserspeicher erneut durch einen großflächigen Rohstoffabbau infrage zu stellen.
Gericht bestätigt Schutzwürdigkeit
Auch rechtlich ist die Schutzwürdigkeit des Naubergs inzwischen deutlich bestätigt. Das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz hat Ende 2025 die Unterschutzstellung des Gebietes bestätigt. Damit wurde die fachliche Einschätzung der SGD Nord gestützt, dass der Nauberg schutzwürdig und schutzbedürftig ist.
Umso kritischer sehen die Grünen den inzwischen bekannt gewordenen neuen Vorstoß zum Basaltabbau mit einem Antrag auf Befreiung von den Schutzvorschriften für einen Basaltabbau im Naturschutzgebiet beim Landesamt für Geologie und Bergbau.
„Ein Naturschutzgebiet wird nicht ausgewiesen, um anschließend darüber zu diskutieren, wie man seinen Schutz wieder umgehen kann“, so die Grünen. „Die Entscheidung für den Nauberg war eine bewusste Entscheidung für den Erhalt eines einzigartigen Naturraums. Diese Entscheidung muss Bestand haben.“
Alte Wälder sind Zukunftsvorsorge
Der Nauberg zeigt beispielhaft, welchen Wert alte Wälder für unsere Region besitzen. Sie speichern Kohlenstoff, halten Wasser zurück, kühlen ihre Umgebung und bieten Lebensräume, die in intensiv genutzten Landschaften immer seltener werden.
„Wir brauchen angesichts des Klimawandels mehr intakte Wälder und funktionierende Quell- und Wassersysteme – nicht weniger. Der Nauberg ist deshalb auch ein Stück Zukunftsvorsorge für die Menschen in unserer Region.“
Wir fordern daher, den Schutzstatus des Naubergs konsequent zu respektieren und keinen Eingriff zuzulassen, der die alten Buchenbestände, die Quellbiotope, den Wasserhaushalt oder die ökologische Funktionsfähigkeit des Naturschutzgebietes gefährdet.
„Der Nauberg gehört nicht nur uns heute. Wir tragen Verantwortung dafür, dass auch kommende Generationen dort noch alte Buchen, Quellen und einen lebendigen Naturwald vorfinden.“
Wir unterstützen daher die Initiativen und Verbände, die sich für den Erhalt des Naturschutzgebietes einsetzen.
Ortsvorstand Betzdorf-Gebhardshain/Kirchen
Pressemitteilung in AK-Kurier:
Naturschutzgebiet Nauberg: Grüne fordern Stopp für geplanten Basaltabbau
Das Naturschutzgebiet Nauberg steht erneut im Zentrum einer Debatte über wirtschaftliche Interessen und Umweltschutz. Ein Antrag auf Befreiung von Schutzvorschriften sorgt für deutlichen Widerstand in der Region. Die Diskussion betrifft alte Buchenbestände, Quellen und rechtliche Urteile.