Mit der sofortigen Schließung der Schmerzambulanz und Schmerztagesklinik in Altenkirchen erleben wir im Kreis leider das nächste Kapitel einer Entwicklung, die viele Menschen nur noch fassungslos zurücklässt. Kaum glaubt man vorsichtig sagen zu können: „Jetzt wird es ruhiger“, folgt die nächste Hiobsbotschaft. Man steuert offenbar von einem Drama zum nächsten.
Besonders irritierend ist erneut die fehlende Kommunikation. Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker erfahren wichtige Entscheidungen wieder einmal aus der Presse oder über persönliche Kontakte – nicht durch transparente Information der Verantwortlichen. Proaktive Planung oder eine erkennbare Strategie für die medizinische Versorgung im Kreis Altenkirchen sind kaum sichtbar. Statt zu gestalten, wird lediglich auf Entwicklungen reagiert, die Träger oder übergeordnete Strukturen vorgeben.
Was bleibt uns eigentlich noch zu tun? Noch eine Anfrage stellen, beruhigende Worte hören und auf neue Versprechungen warten? Schon dem früheren DRK wurde vorgeworfen, Entscheidungen im Dunkeln zu treffen. Heute muss man feststellen: Mit der Diakonie wirkt die Situation für viele Menschen nicht transparenter. Ärztinnen und Ärzte verlassen Einrichtungen, Personalfluktuation nimmt zu, und erneut werden „wirtschaftliche Gründe“ genannt.
Dabei beteiligt sich der Kreis finanziell – umso unverständlicher ist, warum aus Verwaltung und Politik kaum frühzeitige Informationen oder Lösungsansätze kommen. Wusste man nicht, was sich abzeichnet? Gerade weil Dr. Rosenbauer sowohl Geschäftsführer der Diakonie als auch Kreistagsmitglied und CDU-Fraktionsvorsitzender ist, wäre ein offener Austausch über Probleme und Perspektiven zu erwarten gewesen.
Hier geht es nicht um interne Unternehmensentscheidungen, sondern um die gesundheitliche Versorgung der Menschen im Kreis und damit um eine öffentliche Verantwortung. Chronisch schmerzkranke Patientinnen und Patienten stehen nun vor der Frage, wo sie künftig behandelt werden sollen – eine Antwort darauf fehlt bislang.
Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich inzwischen, wie ein stark wirtschaftlich geprägtes Gesundheitssystem überhaupt noch im Sinne der Menschen funktionieren kann. Politik darf sich nicht darauf beschränken, Entwicklungen zur Kenntnis zu nehmen. Sie muss gestalten, informieren und Verantwortung übernehmen – bevor die nächste Einrichtung verschwindet.
Für die Fraktion
Maria Weller
Mitglied im Kreistag Altenkirchen