Die Freiwillige Feuerwehren sind den Verbandsgemeinden zugeordnet. Sie sind mit dem Motto „immer da“ treffend beschrieben.
So war es auch beim Besuch der Grünen bei der Feuerwehr Betzdorf. Kurz nach einem Einsatz konnte der Besuch stattfinden. Der Wehrführer der Feuerwehr Betzdorf Niclas Brato und der hauptamtliche Gerätewart Tobias Koch begrüßten die Grünen und berichteten über die speziellen Herausforderung des Einsatzes.
„Die Aufgaben der Feuerwehr sind vielfältig und gegen weit über die Brandbekämpfung hinaus“, so der Wehrführer, „Einsätze bei Unfällen, Absicherungen, medizinischen und technischen Notfällen, Tierrettung und vieles mehr sind an der Tagesordnung“. Dazu gehört eine umfassende Ausbildung. Ein Teil findet über den Kreis statt, ein Teil aber auch in der Feuerwehr-Akademie in Koblenz. Das Interesse und die Bereitschaft sei enorm, die Wartezeiten besonders für die Akademie aber unerträglich lang. Ohne Aus- und Weiterbildung sind aber die hochspezialisierten Anforderungen nicht zu erfüllen.“ Wir reden von Wartezeiten oft über einem Jahr“.
Anna Neuhof, Vorsitzende des grünen Ortsverbandes dazu: „Das ist ein grundsätzliches Problem bei allen freiwilligen Feuerwehren und besteht seit Jahren. Es liegt in der Zuständigkeit des Landes für den Brand- und Katastrophenschutz ausreichende Kapazitäten zu schaffen. Ohne entsprechende Ausbildung ist im schlimmsten Fall die Einsatzfähigkeit nicht gewährleistet. Auch hier gilt es gleichwertige Verhältnisse zu den Städten, Berufs- Werkfeuerwehren zu schaffen“.
Bei der Besichtigung der Einsatzfahrzeuge und des technischen Equipments wurde den Grünen die Ausstattung und Einsatzmöglichkeiten erklärt. Immer einsatzbereit muss alles sein. Das bedeutet, dass nach jedem Einsatz gereinigt, auf Vollständigkeit überprüft und wiederhergestellt werden muss. Der Gerätewart Herr Koch erklärt dies anschaulich am Beispiel der Atemschutzgeräte. Dabei wird die Höhe des technischen Aufwandes deutlich.
Deutlich wird auch, dass das Feuerwehrhaus und somit auch die Feuerwehrmänner und -frauen in Betzdorf unter sehr beengten Verhältnissen leiden. „Die Standortsuche ist schwierig, weil Kriterien wie das Einhalten von Einsatzzeiten, sichere Ausfahrten, logistische und hygienische Vorschriften und Raum zur technischen Wartung berücksichtigt werden müssen“, so die Einsatzleitung. Christel Mies, Fraktionsvorsitzende im VG-Rat „Am politischen Willen mangelt es nicht, da herrscht Einigkeit“.
Susanne Leber als Kreisvorsitzende: „ Ich bin beeindruckt, was geleistet wird.“ Sie betont, das besonders auch das Engagement in der Jugendfeuer und bei den Bambinis aktive Jugendarbeit sei und im besten Fall auch für Nachwuchs sorgen würde.
„Das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehren ist enorm und nicht selbstverständlich, das kann nicht oft genug betont werden“, so Anna Neuhof zum Schluss. „In den Fördervereinen kann sich jeder einen Beitrag dazu leisten. Wir haben kein Verständnis dafür wenn sich jemand bei Einsätzen, sei es wegen Sperrungen oder Fahrten mit Signal belästigt fühlt oder gar die Arbeit der Feuerwehr behindert“.