Wie gelingt gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen – und was braucht es, um Inklusion in Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft weiter voranzubringen?
Mit diesen Fragen haben sich die Mitglieder und Gäste beim öffentlichen Kreistreffen von Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Altenkirchen am 27. Mai im Café Inklusiv in Altenkirchen intensiv beschäftigt.
Die „Neue Arbeit“ e.V. in Altenkirchen bietet seit über 30 Jahren Menschen mit körperlichen, geistigen, wirtschaftlichen oder sozialen Einschränkungen individuelle Beratung und Förderung. Ziel ist es, sie auf dem Weg in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis zu begleiten und ihnen gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
„Wir wollen Menschen in ihrer Fähigkeit zur Selbsthilfe stärken,“ betonte Anna Neuhof, die die Grünen im Kreistag vertritt und im Vorstand der Neuen Arbeit aktiv ist.
Psychische Gesundheit sichtbar machen
Ein besonderer Fokus des Abends lag auf dem Thema psychische Gesundheit.
Daniel Kuß, Genesungsbegleiter bei der Neuen Arbeit, stellte das Projekt „Verrückt, na und? Seelisch fit in der Schule“des Vereins Irrsinnig Menschlich e.V. vor. Dieses Programm möchte bei Schülerinnen und Schülern wie auch im Kollegium Wissen über psychische Erkrankungen vermitteln, Krisensignale frühzeitig erkennbar machen und so zu einem offeneren Umgang beitragen.
„Es ist wichtig, Tabus aufzubrechen und Sichtbarkeit von psychischen Erkrankungen herzustellen,“ so Judith Gondorf, Sprecherin des OV Altenkirchen-Flammersfeld. Auch Anna Schweitzer (OV Daaden-Herdorf) betonte, wie dringend notwendig Prävention angesichts der Herausforderungen junger Menschen in einer digitalisierten und krisengeprägten Welt sei.
Inklusion als wirtschaftliche Chance

Julian Joswig, Bundestagsabgeordneter aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis, beleuchtete in seinem Impulsvortrag die Bedeutung von Inklusion in der Arbeitswelt.
Obwohl die UN-Behindertenrechtskonvention längst das Recht auf gleichberechtigte Teilhabe am Arbeitsmarkt festschreibt, sind heute nur rund 48 % der Menschen mit Beeinträchtigungen erwerbstätig.
Dabei profitieren Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen: „Diverse Teams eröffnen neue Perspektiven und kreative Lösungen. Zudem stärken Unternehmen durch Inklusion ihre soziale Verantwortung und ihr Image,“ so Joswig.
Die Grüne Bundestagsfraktion setzt sich dafür ein, diese Potenziale künftig noch stärker zu heben.
„In unserer Leistungsgesellschaft ist es umso wichtiger, dass Menschen mit Einschränkungen nicht durchs Raster fallen,“ergänzte Placido Grigoli, Co-Sprecher des Grünen Kreisverbands Altenkirchen.
Engagement und Dank
Das Treffen fand in den Räumen des Café Inklusiv statt – ein gelebtes Beispiel für inklusive Arbeit.
„Ein herzlicher Dank geht an die Mitarbeiterinnen für die liebevolle Bewirtung und an Geschäftsführerin Stephanie Schneider für die Gastfreundschaft,“ sagte Susanne Leber, Kreissprecherin.
Ausblick
Das Thema Inklusion bleibt für den Grünen Kreisverband ein zentrales Anliegen – und wird bei künftigen Veranstaltungen weiter vertieft. Denn: Eine Gesellschaft ist nur dann wirklich gerecht, wenn alle Menschen in ihr die gleichen Chancen auf Teilhabe haben.