(Gemeinsame Pressemitteilung des Kreisvorstands Altenkirchen von Bündnis 90/Die Grünen und der Grünen Fraktion im Kreistag)
Die Situation rund um die Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) in Altenkirchen spitzt sich weiter zu. Nach der Schließung des Krankenhauses wurde den Menschen im Kreis ausdrücklich zugesichert, dass die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung am Standort erhalten bleibt. Genau dieses Versprechen steht nun faktisch wieder infrage – und sorgt für große Verunsicherung bei Familien, Fachkräften und Einrichtungen im gesamten Kreis.
Dabei ist der Bedarf größer denn je: Aktuelle Entwicklungen zeigen deutlich, dass sich die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert hat. Die Zahl psychischer Erkrankungen nimmt zu, gleichzeitig bestehen Versorgungslücken und es fehlen ausreichende Präventionsangebote. Gerade deshalb ist ein stabiles, wohnortnahes Angebot unverzichtbar.
Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Altenkirchen unterstützen ausdrücklich die Initiative der Grünen im Westerwald und teilen deren Einschätzung: Die Versorgungssicherheit ist gefährdet – und das ist nicht akzeptabel.
Die Lage im Kreis ist bereits jetzt dramatisch
Wenn Kinder und Jugendliche monatelang keine Hilfe bekommen, sind die Folgen gravierend – für ihre Entwicklung, für Familien, für Schulen und für das soziale Klima insgesamt. Das ist nicht nur ein medizinisches, sondern ein massives soziales Problem für unsere Region.
Standort Altenkirchen ist verbindlich vorgesehen
Der Krankenhausplan Rheinland-Pfalz weist Altenkirchen klar als Teil der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung der Region aus. Ein Wegfall oder eine schleichende Aushöhlung dieses Angebots widerspricht diesen Planungen und wäre ein weiterer schwerer Vertrauensbruch gegenüber der Bevölkerung.
Verantwortung darf nicht hin- und hergeschoben werden
Der Träger steht in der Pflicht, den Standort personell und organisatorisch zu stabilisieren. Gleichzeitig trägt auch das Land Rheinland-Pfalz Verantwortung. Krankenhausversorgung ist eine öffentliche Aufgabe. Wenn sich Versorgungslücken abzeichnen, müssen Land und Gesundheitsministerium aktiv eingreifen.
Viele Betroffene erleben derzeit vor allem eines: Unsicherheit und fehlende Informationen. Familien wissen oft nicht, wohin sie sich wenden können. Dieses Informationsdefizit verschärft die Belastung zusätzlich.
Unsere Forderungen
Der Kreisverband und die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Kreis Altenkirchen fordern:
- transparente Informationen von der Diakonie und vom Land zur aktuellen Situation Der KJP
- die sofortige Stabilisierung des Standorts durch ausreichendes Fachpersonal
- eine aktive Rolle des Kreises und des Landes bei der Sicherung der Versorgung
- transparente Informationen für Familien über Zuständigkeiten und Hilfsangebote
- den klaren politischen Willen, die Kinder- und Jugendpsychiatrie in Altenkirchen dauerhaft auf allen politischen Ebenen zu erhalten
Die grüne Fraktion im Kreistag Altenkirchen wird mit der Kreisverwaltung und der Diakonie Südwestfalen in Kontakt treten, um die gesamte Thematik in den Gremien zu behandeln. Das betrifft die KJP, die MVZ’s und das Krankenhaus in Kirchen.
Junge Menschen und Familien werden politisch oft als „unsere Zukunft“ bezeichnet. Dann muss diese Zukunft auch konkret geschützt werden – durch verlässliche Strukturen, klare Verantwortung und das Einhalten gegebener Zusagen.