Bestes Spätsommerwetter, Fahrräder, gute Stimmung – und ein klares Anliegen: Bei der 3. Betzdorfer Critical Mass machten rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die schwierige und teilweise gefährliche Situation für Radfahrende in Betzdorf aufmerksam.
Treffpunkt war vor Pieroth’s Café in der Bahnhofstraße. Pünktlich um 16 Uhr setzte sich der Fahrrad-Tross in Bewegung. „Critical Mass will zeigen!“, brachte Günter Leber, Sprecher der Betzdorfer Grünen, das Anliegen gleich zu Beginn auf den Punkt. Gemeinsam mit Betzdorfer Bürgerinnen und Bürgern sowie Menschen aus der gesamten Region wurde die Veranstaltung organisiert.
„Critical Mass will auf die gefährliche Straßensituation für die radfahrende Bevölkerung von Betzdorf aufmerksam machen“, erklärte Leber.

Begleitet von der Betzdorfer Polizei führte die Route zu verschiedenen neuralgischen Punkten im Stadtgebiet. Dabei wurde schnell deutlich, wo es für Radfahrerinnen und Radfahrer eng wird. Die Moltkestraße ist dafür ein besonders deutliches Beispiel: „Hier wird das Miteinander von Auto und Radfahrer bis aufs Äußerste auf die Probe gestellt“, so Edgar Schmidt.
Auch die Kreuzung Karl-Stangier-Straße/Industriestraße verdeutlicht die Probleme. Schmidt verwies zudem auf eine mögliche, seit Jahrzehnten diskutierte Lösung: „Seit 35 Jahren wird zwischen der Stadt und der Deutschen Bahn über die Nutzung der Strecke zwischen Stellwerk und Ladestraße verhandelt – ohne Ergebnis. Dieser Weg könnte ideal als Radweg genutzt werden.“
Bis es dazu kommt, schlagen die Organisatoren eine Übergangslösung vor: „Wir fordern einen Schutzstreifen für Radfahrer durch die Kölner- und Wilhelmstraße.“
Weiter ging es über die Steinerother Straße. Auch hier steckt eine klare Botschaft dahinter: „Wir haben diesen Weg gewählt, um darauf hinzuweisen, dass es keine alltagstaugliche Verbindung zwischen den Betzdorfer Stadtbereichen Kreuzland und Alsberg und den höher gelegenen Ortschaften der Verbandsgemeinde gibt“, erläuterte Schmidt.
Zum Abschluss führte die Strecke in die Bahnhofstraße. Dort fiel das Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer deutlich aus. „Wo auch immer ich bin“, berichtete ein Teilnehmer, „gibt es zumindest brauchbare Bedingungen für Pedaleure. Aber hier in Betzdorf gibt es nichts.“
Für Günter Leber steht deshalb fest: „Nach der Critical Mass ist vor der Critical Mass. Wir bleiben dran.“

Und auch wer diesmal zu spät kam, will beim nächsten Mal unbedingt dabei sein. „Das nächste Mal will ich aber dabei sein“, sagte eine Teilnehmerin. Sie hatte erst kurzfristig aus der Presse von der Veranstaltung erfahren. Ihr Fazit: „Das nächste Mal werde ich früher da sein. Eine solche Veranstaltung ist sehr wichtig.“

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